Berans-Pennet Governance · Systemische Dokumentation

Biophobie im Wolfsdiskurs – Eine strukturierte Bewertung politischer Aussagen

Begriffliche Grundlage:
Biophobie bezeichnet im kultur- und umweltphilosophischen Diskurs eine ablehnende oder angstgeleitete Haltung gegenüber Natur, Wildnis oder biologischer Eigenständigkeit.

Operationalisierte Kriterien für Biophobie:

  • Natur wird primär als Bedrohung gerahmt.
  • Ökologische Komplexität wird auf Risikonarrative reduziert.
  • Kontrolle oder Eliminierung wird als primäre Lösung dargestellt.
  • Symbolische Dämonisierung einzelner Arten.

Kontext: Wolfsmanagement

Im politischen Diskurs um den Wolf (u.a. Hornisgrinde-Fall GW2672m) wurden von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir folgende Positionen vertreten:

  • Unterstützung von „Entnahmen“ bei problematischen Individuen
  • Einsatz für Absenkung des EU-Schutzstatus
  • Argumentation mit Akzeptanz ländlicher Räume und Schutz von Weidetieren

Strukturelle Bewertung

Kriterium Beobachtung Einstufung
Natur als Bedrohung Rhetorik fokussiert auf Konflikt zwischen Wolf und Landwirtschaft Teilweise
Komplexitätsreduktion Managementargumentation, keine generelle Ablehnung der Art Nicht eindeutig
Eliminierung als Prinzip Gezielte Entnahme, keine Ausrottungsforderung Nein
Dämonisierung Keine explizite Entmenschlichung oder Mythisierung erkennbar Nein

Einordnung

Die vorliegenden Aussagen entsprechen strukturell eher einer Governance- und Akzeptanzstrategie als einer generellen Naturfeindlichkeit.

Der Begriff „Biophobie“ wird im aktivistischen Diskurs teilweise normativ verwendet, ist jedoch analytisch nur eingeschränkt belegbar.


Verweisende Kontextanalyse

Vertiefende Analyse des Governance-Kontexts: