Archivdokument · Leserbrief zum Fall GW2672m
Archiviert am: 27.02.2026
Originaldatum: 28.01.2026
Verfasserin: Christiane Janka-Wunderlich
Ort: Karlsbad
Adressat: Redaktion der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)
Bezug: Artikel vom 27.01.2026 „Hornisgrindewolf soll getötet werden: Land beauftragt Spezialteam mit Abschuss“
Archivierter Wortlaut des Leserbriefs
Leserbrief
Ich bin empört über die geplante Tötung des Hornisgrindewolfs GW2672m – und ebenso über die Sprache, mit der das öffentlich verharmlost wird. Der Begriff „Entnahme“ klingt nach Verwaltungsvorgang, nach „wegbringen“ oder „umsiedeln“. Tatsächlich geht es um das gezielte Töten / Erschießen eines geschützten Wildtiers. „Entnahme“ ist dafür ein beschönigendes Wort, das die Tragweite der Entscheidung verdeckt. Wenn ein Wolf getötet werden soll, dann sollte man das auch so benennen.
Gerade in einem Nationalpark ist diese Eskalation schwer erträglich.
Ein Nationalpark ist kein Vergnügungspark mit Schutzkulisse – Schutzgebiet heißt: Regeln für Menschen, nicht Kugeln für Tiere.
Wenn als Gründe Begegnungen in der Paarungszeit (häufig im Zusammenhang mit Hunden) und „Wolfstourismus“ genannt werden, dann ist der Kern der Lösung vor allem Besucherlenkung: klare Regeln, Kontrollen und Sanktionen, temporäre Sperrungen sensibler Bereiche, konsequentes Vorgehen gegen Anlocken/Fototourismus – und wenn nötig auch zeitweise Hundeverbote in bestimmten Zonen oder Zeiten.
Andere Schutzgebiete zeigen seit langem, was „Schutz“ praktisch bedeutet: Im schweizerischen Nationalpark sind Hunde im gesamten Parkgebiet komplett verboten, sogar an der Leine. In vielen Nationalparks (u. a. in den USA) sind strikte Abstands- und Verhaltensregeln für Besucher selbstverständlich. Es ist schwer nachvollziehbar, warum man nicht zuerst diese Instrumente konsequent nutzt, bevor man zur irreversiblen Maßnahme greift.
Ich wünsche mir außerdem eine kleine, aber wichtige Änderung in der öffentlichen Kommunikation: Ein Tier sollte nicht nur als Nummer wahrgenommen werden. Bitte nennen Sie den Wolf in der Berichterstattung künftig Gustav (GW2672m) – „GW“ als Merkhilfe: „Gustav Wolf“. Ein Lebewesen ist nicht einfach nur ein Aktenzeichen.
Mit freundlichen Grüßen
Christiane Janka-Wunderlich, Karlsbad
Archivhinweis
Dieses Dokument stellt eine unveränderte Archivierung des eingereichten Leserbriefs dar. Es erfolgt keine redaktionelle Bewertung oder inhaltliche Einordnung.
Quellreferenz · Berans-Pennet Data Room
Diese archivierte Stellungnahme ist dokumentiert im Berans-Pennet Data Room unter:
- Archiv der Bürgerstellungnahme vom 28.01.2026 zur Ausnahmegenehmigung im Fall Wolf GW2672m – Enthält Kontext, Kernanliegen, Informationsanfragen, und Governance-Argumentation sowie Kommunikationsaspekte. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Referenzierte Zeitung
Der Leserbrief bezieht sich auf einen Artikel in der
:contentReference[oaicite:0]{index=0} vom 27. Januar 2026.
Der Leserbrief wurde an die Redaktion dieser Zeitung gerichtet mit der Bitte um Veröffentlichung.

