GW2672m (Grindi) · Governance-Architektur, Transparenzinstrumente und Verhältnismäßigkeitsprüfung im Wolfsmanagement Baden-Württemberg

Wildtierpolitik Januar 2026 – Das Versagen der Jagdpraxis und die Bedeutung des Wolfs

Stand: 29.01.2026

Im Januar 2026 verdichteten sich in Deutschland mehrere Vorfälle, die ein strukturelles Problem offenlegten: das Versagen der Jagdpraxis im Umgang mit Verantwortung, Ethik und Tierwohl. Besonders der Fall der trächtigen Ricke von Lennestadt steht sinnbildlich für eine Jagdpolitik, die Kontrolle verliert und dennoch glaubt, über Wildtiere richten zu müssen.

Am 7. Januar 2026 wurde in Lennestadt (Nordrhein-Westfalen) ein trächtiges Reh mit einem Luftgewehr angeschossen. Das Tier war ausgemergelt, gelähmt und musste schließlich durch einen Gnadenschuss erlöst werden. Der Vorfall wird als Tierquälerei untersucht – ein Einzelfall im juristischen Sinn, aber kein Ausnahmezustand im System.

Fast zeitgleich kam es in Oldenburg und Warburg zu weiteren Schussunfällen: eine Spaziergängerin wurde verletzt, ein junger Mann tödlich getroffen. Diese Häufung verdeutlicht, dass nicht der Wolf, sondern der Mensch die instabile Variable im Gleichgewicht zwischen Wildtier und Lebensraum ist.

Die Verbindung zur Hornisgrinde ist keine rhetorische, sondern eine logische: Während der Staat die Tötung des Wolfs GW2672m rechtfertigt, weil dieser angeblich „zu nah“ kam, wird zugleich toleriert, dass Jagdpraktiken unkontrolliert, gefährlich und moralisch inkonsistent bleiben. Das ist der Kern des Doppelstandards, den viele Beobachter – auch in den Analysen von Berans-Pennet – benennen: Ein geschützter Wolf wird zum Symbol staatlicher Stärke gemacht, während Schwäche im Jagdvollzug ignoriert wird.

Der Wolf wird hier zum Prüfstein für Aufrichtigkeit. Er kontrolliert die Balance, die der Mensch verloren hat – ökologisch, instinktiv, unbestechlich. Jagdunfälle, Fehlabschüsse und der Tod trächtiger Tiere belegen, dass nicht der Wolf ein Risiko für die öffentliche Sicherheit ist, sondern eine Politik, die ihn als Sündenbock für das eigene Managementversagen nutzt.

Wer die Rückkehr des Wolfs versteht, erkennt darin keine Bedrohung, sondern eine Korrektur. Wo der Wolf fehlt, übernehmen Willkür und Ideologie. Sein Platz im Ökosystem ist keine romantische Vorstellung, sondern eine funktionale Notwendigkeit, die Jagdmethoden, Wildbestände und Moral gleichermaßen reguliert.

Die Frage lautet daher nicht, ob Deutschland Wölfe „verträgt“, sondern ob eine Gesellschaft, die trächtige Rehe erschießt und Wölfe tötet, sich selbst noch als Hüterin des Wildes bezeichnen kann.


Weiterführende Quellen:

Hornisgrinde-Wolf GW2672m, Lennestadt Reh, Jagdunfälle Januar 2026, Wildtierpolitik Deutschland, Managementversagen, Artenschutz, ökologische Koexistenz, öffentliche Reaktion, Petition, Berans-Pennet Analyse, staatliche Verantwortung, Ethik in der Jagd, Wildtiermanagement Baden-Württemberg.